Die schwarze Magie der Hochpreiscoaches

In den letzten Wochen habe ich viele Gespräche mit Frauen geführt, die bei mir ein Kennenlerngespräch gebucht haben. Bis auf eine hatten alle in teure Hochpreiscoachings investiert. Wie sie im Erstgespräch psychologisch von den Programmen überzeugt wurden, das hatte etwas von schwarzer Magie oder Vodookunst. Und ihr Ergebnis?

Die Resultate waren schockierend

Meine Gesprächspartnerinnen hatten ohne Ausnahme ALLE nach wie vor nicht ihr großes Ziel erreicht. Und das, obwohl ihnen dies im Gespräch gezielt gesagt wurde, dass sie mit dem Programm ihr persönliches Ziel erreichen. Der Wunsch brannte immer noch für ihre Vision. Aber die anfangs große Flamme war deutlich kleiner geworden. Die Zweifel sind bereits während des Coachingprogramms in ihnen gewachsen, aber da kamen sie nicht mehr raus.

Teilweise hatten sie Kredite dafür aufgenommen. Dies an sich ist nicht verwerflich. Als Unternehmerin weiß ich, dass Invests in sich und das eigene Business dazugehören. Und ich habe auch nichts gegen hochpreisige Programme. Wenn sie dem Kunden weiterhelfen und das Ergebnis klar kommunizieren. Und das Gespräch auf Augenhöhe erfolgt. Aber diese Gespräche sind oft leider nur eines, und zwarhochgradige Manipulation auf Kosten der Interessenten.

In diesen Momenten frage ich mich, ob die Online Welt, die dir finanzielle Freiheit und Unabhängigkeit verspricht, nicht nur ein modernes Schneeball- oder Pyramidenabzocksystem ist.

Bei dieser illegalen Methode gewinnen nur einige Wenige, nämlich die ganz oben auf der Pyramide stehen. Bitte setze Network Marketing NICHT mit einem Schneeball- oder Pyramidensystem gleich. Network Marketing ist ein absolut faires System und wird zu Unrecht damit verglichen. Hier kannst du nachlesen, warum ich das behaupte. Auch wenn es da auch sicherlich schwarze Schafe gibt.

Deshalb soll dir dieser Artikel eine Warnung sein, vor allem wenn du am Anfang stehst und du noch begeistert die Facebook Anzeigen liest, die dir in acht Wochen mit deiner Passion ein fünf- oder gar sechsstelliges Einkommen ganz easypeasy mit Leichtigkeit versprechen.

Lies unbedingt weiter, bevor du so ein Gespräch führst

Ich werde dir heute erklären, was dich in einem dieser Gespräche mit den Anbietern oder deren Teammitgliedern erwartet. Teammitglieder sind in dem Fall auf den Verkauf geschulte Mitarbeiter, die fast nur auf Erfolgsbasis bezahlt werden. Kein Abschluss, kein Geld 😉

Wenn du nicht direkt ein Gespräch mit dem Veranstalter des Programms hast, dann sind es oft die besonders teuren Programme 😉

Eine Klarstellung an dieser Stelle

Ich will keinesfalls alle Hochpreis-Coaching-Angebote über einen Kamm scheren. Es gibt viele gute und hochbezahlte Coaches, die meiner Meinung nach einen sehr guten Job machen, die viele erfolgreiche und zufriedene Kunden haben und denen ihre Kunden ehrlich am Herzen liegen!

Bevor ich in die Tiefe dieser Erstgespräche einsteige, möchte ich dir nur vorweg verraten, dass auch ich im letzten Jahr in ein teures Coaching investiert habe und es sich definitiv nicht gelohnt hat.

Zumindest nicht, was die Zielsetzung oder das Versprechen der Coach war. Mit der Herzenspassion fünfstellig werden gelingt nun mal nicht so leicht, wie es dir versprochen wird… Deshalb möchte ich hier Aufklärung leisten.

Und nun zum Ablauf eines typischen Erstgesprächs:

Namentlich gerne als Klarheits, Erst-, oder Strategiegespräch bezeichnet oder gleich um es noch spannender zu machen als Coaching statt Gespräch benannt. Der Name an sich spielt keine Rolle, denn der Ablauf bleibt ähnlich.

Das genaue Gegenteil gibt es auch hinter all den Namen für das Gespräch. Ambitionierte Coaches, die wirklich helfen wollen und zuerst mit dem Herzen und nicht der Geldbörse denken.

Glaub jetzt nicht, dich erwartet ein echtes Coaching

Es sollte eigentlich wahrheitsgemäß Verkaufsgespräch heißen, denn das ist es. Nichts anderes. Und das ist überhaupt nichts Schlimmes 😉 Ob dann noch so viele bereit sind, einen Termin zu buchen, dass lass ich an dieser Stelle offen.

So, du hast dir den Termin gebucht und fieberst aufgeregt dem Gespräch oder dem sogenannten Coaching entgegen, dass deine derzeit größten Herausforderungen lösen soll. Oft sollst du vorab noch einen Fragebogen ausfüllen. Was an sich ja sehr gut ist.

Dann gibt es zwei Möglichkeiten. Du triffst auf den Coach oder besser Anbieter des Programms oder auf ein Teammitglied. Meistens weißt du es im Vorfeld, wer dein Gesprächspartner wird.

Wenn es ein Teammitglied ist, spätestens hier sollte deine Alarmlampe angehen.

Denn diese sogenannten Salescoaches werden oft nur nach erfolgreichem Abschluss bezahlt. Jetzt kannst du dir einmal vorstellen, wie sie entscheiden, ob das Programm das Richtige für dich ist. Und du der oder die richtige für das Programm?

Wie soll ein Teammitglied letztendlich darüber entscheiden, ob du zu dem Coach und der Coach zu dir passt? Du siehst schon, wo der Hase im Pfeffer liegt.

Kein Abschluss, kein Geld

Der Ablauf des Gesprächs bleibt der gleiche, egal wer mit dir spricht. Denn es wird nach einem Leitfaden (besser würde Leidfaden passen 😉 ) mit verkaufspsychologischen Triggern gearbeitet.

Wie läuft das Gespräch ab? Nach einem kurzen Warm-Up mit Icebreakerfragen wo du herkommst, wie es dir geht und ähnlichem geht es los. Oft wird zunächst ein psychologischer Rahmen, auch als Frame bezeichnet, gesetzt.

Dies erkläre ich dir kurz an einem Beispiel:

Dir wird gesagt, wieviel Zeit exklusiv für dich und deine Herausforderung reserviert ist und mit folgendem Satz deines Gegenübers das Gefühl aufgebaut, dass du eine ehrliche Antwort bekommst.

„Wenn ich nach dem Gespräch denke, dass ich Dich unterstützen kann, werde ich Dir mein Programm vorstellen. Wenn ich keinen Ansatzpunkt sehe, werde ich auch das ehrlich sagen und Dir eine Empfehlung für einen Kollegen geben. Ist das ok für dich?“

Da wird jede/r mit Ja antworten.

Die erste Anspannung sollte jetzt bei dir raus sein, denn es wird da nichts verkauft, wenn es nicht paßt 😉

Danach kommt der nächste Schritt. Die sogenannte Bedarfsanalyse und gleichzeitig auch der Ressourcencheck. Du bekommst die Fragen gestellt, die dein Gegenüber braucht, um dir ein Angebot zu machen und zu wissen, ob du Geld für das Programm hast. Sag hier mal spaßeshalber Hartz4 oder Pfändung und das Gespräch dürfte sehr kurz ausfallen 😉

Denn eine gute Bedarfsanalyse erspart später die Einwandbehandlung!

Es werden dir Fragen gestellt wie

  • Wieviel Kunden hast du denn derzeit?
  • Wie gewinnst du denn derzeit Kunden?
  • Wie sind deine monatlichen Einnahmen/Umsatz?
  • Was ist denn dein monatliches Ziel?
  • Was brauchst du denn, um dieses Ziel zu erreichen?

Solche und noch viele weitere. Da kommt es auf die Kreativität und die Routine deines Gegenübers an.

Generell gilt, wer fragt der führt!

Ergreif mal die Gelegenheit und frage zum Beispiel nach dem konkreten Programmablauf.

Dann bekommst du auf Antworten wie: Total wichtige Frage. Merk ich mir und kommen wir später zu. Vorher ist mir allerdings wichtig, damit ich dich umfassend verstehe, wo stehst du denn aktuell? Sag mal, wie ist denn das… und das gerne in Endlosschleife..

Mit deinen Antworten auf die dir gestellten Fragen werden deine Emotionen angesprochen. Achtung, jetzt kommt ein kurzer Ausflug in die pure Verkaufspsychologie..

Der stärkste Antrieb eines Menschen etwas zu kaufen ist sein Schmerz.

Das Ziel des Gesprächs ist es also, genau deinen individuellen Schmerz oder Painpoint durch verschiedene Fragen herauszufinden. Dich danach gefühlsmäßig in die Hölle zu führen, um dir dann den Himmel, also das Angebot, zu zeigen.

Ein konkretes alltägliches Beispiel, damit es deutlich wird.

Du fühlst dich zu dick und bist sehr unglücklich deswegen (das kennen wir Frauen besonders gut). Das ist deine gefühlsmäßige Hölle. Dann wirst du schnell bereit sein, ein vielversprechendes Abnehmprodukt zu kaufen oder einen Jahresvertrag im Fitnessstudio zu unterschreiben. Das Abnehmprodukt oder der Jahresvertrag zeigen dir den Himmel, wenn du wieder schlank bist und dich in deinem Körper wohlfühlst.

Wenn du Unternehmer bist, sind diese Schmerzpunkte meistens zu wenig Kunden, Umsätze oder Zeit.

Die Gesprächsfragen zielen gezielt darauf ab, dich darauf hinzuweisen.

Du fühlst dich inzwischen klein und hilflos, denn du hast dich deinem Gegenüber mit deinen Problemen offenbart. Vielleicht fließen sogar Tränen.

Wie wunderbar, denn dein Gegenüber hat vollstes Verständnis für dich und dein Dilemma.

Dann ist der Zeitpunkt, wo dir liebevoll gesagt wird „ich verstehe dich, ich habe mit meinem Angebot DIE Lösung für all deine Probleme“.

Logisch, dass viele dann nicht nein sagen können! Denn endlich scheint die Rettung da, jemand der einen durch die richtigen Schritte führt und die Probleme lösen wird.

Es wird dir vielleicht schon gesagt, dass sich deine Probleme bereits in dem Augenblick lösen, wenn du springst, das heißt das Coachingangebot buchst.

Damit du dich auch möglichst spontan entscheidest zu springen, kommt oft noch die Option „und wenn du dich jetzt im Gespräch direkt entscheidest, erhältst du das Angebot für €20.000 anstelle von €25.000“.

Die Summe wird gerade häufiger gerne genommen, deshalb nenne ich sie.

Meistens bekommst du noch eine gute Zusammenfassung deines Schmerzes, dass ich dir am folgenden Beispiel erkläre.

„Ich fass noch mal zusammen: Da hast aktuell zu wenig Kunden, und wünscht dir, dass du ausgebucht bist, damit du die Einnahmen hast, mehr Zeit für die Kinder, das Auto…

Du willst Freiheit haben? Das Programm hilft dir, um die Freiheit zu haben, mehr Zeit mit deinen Kindern zu verbringen.

Du stehst aktuell bei 2.000€ monatlich, du wünscht dir aber 20.000€ monatlich. Es wird dir vorgerechnet, wieviel du weiterhin fiktiv verlierst, wenn du nichts machst also kein Programm buchst. In diesem Fall jeden Monat 18.000€, die du nach Beendigung des Programms bereits locker wieder raus verdient hättest.

Okay, ich habe die Lösung dafür!

Wer kann dann noch voller Überzeugung Nein sagen, wenn er im Schmerz ist und keine Lösung sieht? Es hat was von Gehirnwäsche, glaube es mir.

Wenn du das Geld nicht direkt in der Portokasse hast, dann kann es sogar sein, dass dein Gesprächspartner direkt den Kontakt zu einer finanzierenden Stelle zur Hand hat. Im Fachjargon manifestierst du dann dein Geld 😉

Ratenvereinbarungen sind eher unüblich. Die rettende Hand hilft dir erst dann, wenn das Geld auf dem Konto ist. Vorher gibt es keine Rettung.

In der Regel kommen noch so Sätze wie „Die erfolgreichsten sind immer die, die sofort entscheiden“ oder wir „Wir haben nur noch einen Platz frei“.

Wenn du tatsächlich entscheidest, muss da Geld ja erst noch auf dem Konto sein, denn es kann sein, dass du später Zweifel hast.

Auch dies wird dir vorausschauend gesagt, dass es ja normal ist, dass dich nach dem Gespräch Zweifel überkommen. Dass du jeder Zeit dich melden darfst. Das darfst du tatsächlich, denn schließlich bist du diejenige, die die Überweisung macht 😉

So oder so ähnlich läuft es gerade im großen Stil. Also, habe dies im Hinterkopf und sei ganz bei dir, wenn du solche Gespräche führst.

Jetzt bin ich gespannt, hast du es schon selbst erlebt und was waren deine Erfahrungen?

Übrigens führe ich wie bereits zu Anfang erwähnt auch regelmäßig Gespräche. Für meine Programme die selbst tendenziell im höheren Preissegment angesiedelt sind.

Laufen meine Gespräche auch so ab? Keine Sorge, ich führe meine Gespräche auf Augenhöhe. Alles andere fühlt sich für mich falsch an. Keine Tricks, kein Druck. Versprochen!

Alles Liebe Natascha

PS: Und beim nächsten Mal verrate ich dir, was du an Inhalten in den Programmen dieser Hochpreiscoachings bekommst. Wenn du gerne darüber informiert werden möchtest und mehr Tipps rund ums Thema Netzwerken bekommen möchtest, trag dich gerne HIER in meinem Newsletter ein 🙂

Danke, dass Du den Artikel zuende gelesen hast!

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